Übertragung des Seoul-Virus von Ratte auf Mensch in Deutschland

Kathrin Guttmann Blog, Gesundheit

Zum ersten Mal wurde eine Übertragung des Seoul Virus von einer als Heimtier gehaltenen Farbratte auf einen Menschen nachgewiesen.

Das Seoul-Virus (auch Seoulvirus, SEOV oder SOUV, wissenschaftlich Seoul orthohantavirus, veraltet Soul hantavirus ) ist eine Spezies von RNA-Viren. Es zählt zum Genus (Gattung) Orthohantavirus aus der Familie Hantaviridae, Unterfamilie Mammantavirinae. Das Erregerreservoir ist die Ratte. Ein großer Teil der Hantavirus-Infektionen verläuft vermutlich asymptomatisch oder mit un­spezifischen Symptomen. Hantaviren können aber auch schwere Krankheitsbilder hervorrufen. Asiatische und europäische Hantavirus-Stämme sind Auslöser des Hämorrhagischen Fiebers mit renalem Syn­drom (HFRS). Nach­gewie­se­ne In­fektionen sind nach § 7 In­fektions­schutz­ge­setz melde­pflichtig. (Quelle: Wikipedia)

Wie Forscher der Berliner Charité und des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems nun mitteilten, ist erstmals in Deutschland die Übertragung des Seoulvirus von einem Tier auf einen Menschen nachgewiesen worden. Das Virus, das zur Familie der Hantaviren gehört, wurde bei einer Heimratte und ihrer Besitzerin aus Niedersachsen entdeckt. Die Krankheit ist in Asien verbreitet und hochinfektiös. Die junge Deutsche erkrankte schwer und musste intensivmedizinisch versorgt werden.

Einer Mitteilung der Charité und des FLI zufolge war das Virenerbgut bei der Patientin und der Ratte identisch. "Dies bestätigt eine Erkrankung durch Übertragung des Erregers vom Tier auf den Menschen", sagte Jörg Hofmann, Leiter des Nationalen Konsiliarlabors für Hantaviren an der Charité. "Der Nachweis eines weiteren Zoonose-Erregers in Heimratten unterstreicht erneut die Notwendigkeit eines Monitorings von Heimratten auf Erreger", fügte Rainer Ulrich vom FLI hinzu. (Quelle: Spiegel Wirtschaft)

Wir bei der Farbratten-Zucht Karni Mata nehmen diesen Vorfall sehr ernst. Wir sind momentan auf der Suche nach einer Möglichkeit für ein Monitoring unseres Bestandes. Unsere Anfrage bei der Tierärztlichen Hochschule in Hannover hat ergeben, dass dort keine derartigen Testungen verfügbar sind. Auch Laboklin und Janvier Labs bieeten keine Möglichkeit. Charles River Laboratories bietet Testungen an, allerdings belaufen sich die Kosten dafür auf über 120 EUR pro Tier.