Merle - die Shades der Farbratte

Kathrin Guttmann Schattierung / Shade, Wissen, Zucht & Genetik

Bei Merle handelt es sich um einen Shade (Schattierung), der nur auf (mock)mink-basierten Farben sichtbar werden kann, also z.B. auf Mink, Cinnamon (Mink Agouti), Buff (Mink + R.E.D.), Dove (Mink + Russian Blue), Coffee (Mink + Chocolate), Topaz bzw. Argente (Mink + Agouti + R.E.D.) usw. Das heißt, damit Merle sichtbar wird, muss das Merkmal Mink (oder Mock-Mink) in der reinerbigen Form mm vorliegen. Auf mischerbigen Tieren (Mm) oder reinerbig nicht-mink-farbenen Tieren (MM) wird es nicht sichtbar).

Die ersten Merles wurden 1979 entdeckt. Bis zur Standardisierung bei der American Fancy Rat and Mouse Association dauerte es dann noch 17 Jahre, bis die Farbe am 11. Mai 1996 offiziell standardisiert wurde. Auch wenn laut Standard Merle Ratten in jeder Farbeklasse gezeigt werden können, wird es nur Tiere geben, die in (mock)minkbasierten Farbklassen gezeigt werden.

Im Standard wird als besonderes Merkmal der Merle Farbratte das außergewöhnliche Muster von dunklen Flecken beschrieben, dass gleichmäßig über einem helleren Grund verteilt ist und an das Aussehen eines Merle-farbenen Hundes erinnert. Die fleckigen Punkte sollten zahlreich und deutlich sein.  Auf Tieren mit Silber werden sich die Punkte deutlicher abzeichnen. Die Augenfarbe sollte mit der Körperfarbe korrespondieren.

Der Umstand, dass sich Merle besonders gut auf silbrigen Farben abzeichnet hat dazu geführt, dass es besonders gerne in Kombination mit Pearl gezüchtet wird, dass zu perlmuttfarbenen Haarspitzen oder Haaren führt. Hier treten die Flecken besonders deutlich hervor, wobei das hellste mögliche Perle den schönsten Effekt erzielt. Während Merle auf Tieren ohne Pearl meist mit jedem Fellwechsel etwas blasser wird, bleibt es bei Pearl-Ratten mit hoher Wahrscheinlichkeit bis ins hohe Alter erhalten. Wie Merle wird auch Pearl nur auf (mock)minkbasierten Farben sichtbar.

Die Genetik der Merle Ratte

Bei Merle handelt es sich um ein dominantes Merkmal. Das Merle verursachende Allel ist also über das Nicht-Merle-Allel für die Widlform dominant. Das Merkmal Merle wird mit dem Kürzel Me bezeichnet. Tiere, die reinerbig sind für das Nicht-Merle-Allel meme, zeigen eine normale Färbung. Tiere, die heterozygot (mischerbig) für Merle sind (Meme), zeigen die charakteristischen Flecken, sofern sie eine (mock)mink-basierte Farbe haben. Es wird vermutet, dass das Merkmal Merle in der reinerbigen (homozygoten) Form MeMe letal ist, also dass reinerbige Föten sich nicht zu lebensfähigen Babies entwickeln können.

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Vielen Dank an die Atlantis Rattery, dass wir diese Bilder hier nutzen dürfen!