Hautpilz / Dermatophytosen durch Ratten

Kathrin Guttmann Gesundheit

Ratten können leider unter einigen Erkrankungen leiden, die sie auch auf den Menschen übertragen können. Es gibt zahlreiche dieser sogenannten Zoonosen. An dieser Stelle möchte ich auf eine leider immer wieder auftretende und leider trotz offensichtlicher Symptome manchmal erst spät diagnostizierte Zoonose eingehen: Den Hautpilz bzw. die Dermatophytose.

Insbesondere in US-amerikanischen Rattengruppen begegnen mir häufiger Bilder von Hautausschlägen, denen die befallenen Personen oft erst ratlos gegenüber stehen. Meist kommt dann schnell der Hinweis "This is ringworm" - das ist eine Dermatophytose. Das englische Wort für Hautpilz ist Ringworm und während die Beschreibung "Ring" für die Symptome sehr treffend ist, handelt es sich nicht um einen Wurm ("worm"), sondern um einen Pilz.

Der Auslöser von Dermatophytosen

Ausgelöst wird die Erkrankung durch Dermatophyten, bei denen es sich um Schlaupilze handelt, die sich auf verhornter Haut ansiedeln. Es gibt etwas 30 verschiedene Arten in den drei Gattungen Epidermophyton, Trichophyton und Microsporum. Farbratten können von verschiedenen dieser Arten befallen sein, aber die häufigste Art soll Tricopyton mentragrophytes sein. Ebenso kann Microsporum Canis, der eigentlich vor allem Hunde und Katzen befällt, bei Ratten vorkommen. Es ist also durchaus möglich, dass Farbratten über andere Haustiere mit Pilzen infiziert werden.

Häufig ohne Symptome...

Porblematisch an Dermatophytosen ist, dass sie häufig sehr gut an ihren Hauptwirt angepasst sein und bei ihm kaum Entzündungsreaktionen oder Symptome auslösen. Beim Igel (auch dem häufig als Haustier gehaltenen Weißbauchigel) ist z.B. der sogenannte "Igelpilz" Trichophyton erinacei weit verbreitet, der bei den Tieren meist keine Sypmtome auslöst und lange als zur normalen Hautflora des Igels gehörig angesehen wurde, beim Menschen aber schlimme Hautausschläge hervorrufen kann.

Wie äußert sich Hautpilz bei Ratten?

Bei Ratten äußert sich ein Pilzbefall vor allem darin, dass Haare meist kreisförmig ausfallen und sich hornige, schuppige Stellen bilden. Manche Pilzarten fluoreszieren unter Schwarzlicht (Wood-Lampe), aber nicht alle Arten sind so nachweisbar. Alle Arten der Gattung Tricopyton sowie einige Microsporum-Arten fluoreszieren nicht unter Schwarzlicht, während Microsporum Canis hell grün fluoresziert. Aufschluss kann eine Pilzkultur geben.

Wie äußert sich Hautpilz beim Menschen

Beim Menschen bilden sich nach einer Infektion zunächst juckende, mit Wasser gefüllte Bläschen, die einige Ärzte als Dyshidrosis fehldiagnostizieren und die ein wenig an Herpes im Frühstadium erinnern. Nach einiger Zeit brechen diese Bläschen auf und es bildet sich eine charakteristischer, juckender Ring von entzündeter Haut, die stark gerötet und teilweise bläschenförmig angeschwollen ist. Dieser Ring breitet sich mit fortschreitender Krankheit aus, während die Haut im mittleren Bereich regeneriert. Bei einem derartigen Ausschlag ist es wichtig, den behandelnden Arzt darauf hinzuweisen, dass man Haustiere hält und dass diese evtl. als Wirte in Frage kommen. Einen letzten Aufschluss kann eine Pilzkultur bieten.

Infektion mit Tricopyton mentragrophytes
Infektion mit Tricopyton mentragrophytes
Infektion mit Tricopyton mentragrophytes
Dermatophytose beim Menschen (By James Heilman, MD - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19051050)
Hautpilz De Jost Jahn (JostJahn 14:09, 1 August 2005 (UTC)), www.jostjahn.de - Selfmade at myself, www.jostjahn.de, CC BY-SA 2.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=249118
Hautpilz beim Menschen Par Gzzz — Travail personnel, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=76118880

Was tun bei Hautpilz?

Wichtig bei einem Hautpilzbefall ist, dass alle eventuell betroffenen Mitbewohner behandelt werden müssen, insbesondere da Tiere als symptomlose oder symptomarme Träger in Frage kommen. Das heißt, dass nicht nur der Ausschlag beim Besitzer behandelt werden muss, sondern auch alle Tiere im Haushalt behandelt werden müssen, selbst wenn diese keine Symptome zeigen. Neben einer von einem Hautarzt verschriebenen Behandlung sollte man auch mit dem Tierarzt mögliche Behandlunsmaßnahmen besprechen. Es kommt z.B. eine äußere Anwendung von Imaverol in Kombination mit einer oralen Gabe von Itrafungol in Frage. Selbstverständlich müssen alle Oberflächen gereinigt und desinfiziert werden. Hierfür eignet sich z.B. Virkon S.

Wer hat Schuld?

Es ist häufig müßig, über den Ursprung einer Infektion nachzudenken. Pilzsporen können überall "aufgeschnappt" werden und ist durchaus auch denkbar, dass ein infizierter Mensch seine Ratten ansteckt. Wichtig ist eine gründliche Behandlung.

Photo by Skitterphoto from Pexels