Siamese Sable / Tonkinese - die Shades der Ratte

Kathrin Guttmann Schattierung / Shade, Wissen, Zucht & Genetik

Bei der Betrachtung des Shades Siamese Sable/Tonkinese (oder Tonkanese) muss beachtet werden, dass es zwei Ursprünge für Ratten mit sehr ähnlichem Phänotyp gibt. Zum einen gibt es Siamese Sable US-amerikanischer Herkunft, zum anderen solche mit südafrikanischem Ursprung. INzwischen wird davon ausgegangen, dass diesen Gruppen unterschiedliche Mutation zu Grunde liegen, dass also verschiedene Allel, evtl. sogar unterschiedliche Genorte beteiligt sind. Zudem werden in Europa immer wieder sehr dunkle Siamese als Siamese Sable abgegeben, wobei aber manchmal unklar ist, ob es sich um die US-amerikanische oder die südafrikanische Variante handelt oder es einfach sehr dunkle Siamese sind. Für den Aufbau einer Linie ist es wichtig, den Hintergrund der Tiere zu kennen, zumal eine Mischung von US-Tieren mit Afrika-Tieren wahrscheinlich aufgrund der unterschiedlichen genetischen Basis nicht von Erfolg gekrönt sein wird.

US-amerikanische Siamese Sable

Der Ursprung der US-amerikanischen Siamese Sable liegt in Texas. Dort wurden die ersten Tiere mit diesem Merkmal 2015 im Bestand der Futtertierzucht eines Zooladens gefunden. Inzwischen wird Siames Sable bei der American Fancy Rat and Mouse Association in der Gruppe unstandardisierter Varianten geführt. Die Tiere können in der AOCP-Klasse (any other color pattern - Kombination von zwei oder mehr Farben außer Weiß) gezeigt werden.

Der Körper solle hellbraun sein ähnlich einer Burmese Ratte. Die Schattierung sollte gleichmäßig über den Sattel und das Hinterteil bis zum Bauch verlaufen und an der Schwanzbasis am dunkelsten sein. Die Schwanzfarbe soll sich bis zum Ende durchziehen. Der Bauch sollte hellbraun sein. Die Points (dunkle Abzeichen an Nase, Ohren, Füßen, Schwanz und Schwanzansatz) sollten sehr dunkel braun sein wie bei einem Seal Point Siamese. Die Augenfarbe ist hellrubin. Die Farbe ist vergleichbar mit einem Sable Siamese (marderfarbig) Kaninchen.

Heterozygot und homozygote Sable Siamese unterscheiden sich von einander. Homozygote Tiere sind extrem dunkel gezeichnet und sehen in Kombination mit dem Black-Eye-Allel wie Sable Burmese Tiere aus. Die heterozygote Variante entspricht dem Showtyp.

Bezüglich dem genetischen Hintergrund gibt es zwei mögliche Erklärungen. Es kann sich um ein Allel handeln, dass auf dem C-Lokus liegt und rezessiv gegenüber der Wildform sowie kodominant gegenüber anderen Allelen ist. Eine weiter Möglichkeit wäre, dass das Siamese Sable Merkmal wie das Burmese-Allel auf einem anderen Lokus als dem C-Lokus liegt und mit diesem interagiert. Wie bei Burmese würden dann verschiedene Allelkombinationen auf dem C-Lokus zu unterschiedlichen Ausprägungen von Siamese Sable führen. Momentan wird allerdings die erste Erklärung als wahrscheinlicher angenommen, in dem Fall wird das Siamese-Sable-Allel mit c(t) für Coloration Tonkinese abgekürzt.

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Abbildung: Homozygotes Siamese Sable (Quelle: Atlantis Rattery)

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Abbildung: Homozygotes Siamese Sable (Quelle: Atlantis Rattery)

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Abbildung: Heterozygotes Siamese Sable (Quelle: Atlantis Rattery)

Südafrikanisches Siamese Sable

Südafrikanische Siamese Sable sehen den US-amerikanischen sehr ähnlich. Sie sind sehr verbreitet in Südafrika und werden oft auch in Zooläden verkauft. Seal Point Siamese Sable Babies (homozygot) sind braun-grau und haben sehr dunkel rote Augen. Burmese Babies sehen ihnen sehr ähnlich, sind aber im Vergleich etwas bräunlicher und haben schwarze Augen. Die Points der südafrikanischen Siamese Sable Variante sollen dunkler sein als die der US-amerikanischen Variante. Heterozygote Tiere werden als Sable Himalayan bezeichnet und werden in einem helleren braun-grau geboren (Combrink, 20071)Combrink, J. (2007), Clolour variations within rat mutations, The South African Rat Club. Bei den Siamese Sable aus Südafrika ist es anscheinend verbreiteter, dass die Tiere im Alter fleckig werden, allerdings kann dies auch bei normalen Siamese vorkommen und ist kein eindeutiger Hinweis auf Sable Siamese.

References   [ + ]

1.Combrink, J. (2007), Clolour variations within rat mutations, The South African Rat Club