Ratten: Häufig gestellte Fragen / Frequently Asked Questions FAQ

Es gibt einige Krankheiten, die von Ratten auf Menschen übertragen werden können. Aber das gilt auch in die andere Richtung: Wir können unsere Ratten-Mitbewohner ebenso anstecken. Diese Art der Erkrankung,  die zwischen Menschen und Wirbeltieren übertragen werden können, nennt man Zoonosen. Welche Erkrankungen das sind, erfährst Du in dem Beitrag:

Zoonosen oder: Können Ratten Krankheiten übertragen?

Kathrin Guttmann   15. Januar 2018  


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Ratten müssen in der Regel weder gewaschen noch gebadet werden, da sie sich selbst gründlich putzen. Bei einer gesunden, fitten Ratte schadet ein aufgezwungenes Bad mehr als es nutzt. Es gibt allerdings einige Ausnahmen, auf die ich hier hinweisen möchte:

  • eine medizinische Behandlung (z.B. gegen Pilzinfektionen oder in der Wundbehandlung) macht ein Bad nötig
  • ein Tier kann sich aus irgendeinem Grund nicht mehr selbst putzen (z.B. bei einer Hinterhandlähmung)
  • ein männliches Tier produziert zu viel Böckchenfett und bekommt dadurch Hautprobleme

Es gibt allerdings einige Ratten, die freiwillig baden. Besonders an heißen Tagen kann man seinen Nasen Abkühlung verschaffen, in dem man eine große, nicht zu tiefe Schüssel (z.B. eine Auflaufform) mit Wasser füllt und z.B. gefrorene Erbsen oder Mais dazu tut. Die Ratten fischen nach den Leckereien und kühlen sich dabei ab.

Kathrin Guttmann   17. Januar 2018  


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Mit "Böckchen Fett" oder Englisch "Buck Grease" bezeichnet man den Hauttalg (Sebum) bei männlichen Ratten. Dieser lagert sich oft als orangefarbene Schicht auf der Haut ab. Wenn männliche Ratten durch Reiben einen Bereich markieren, verteilen sie dadurch den Hauttalg, der auch Geruchsstoffe enthält. Böckchen Fett ist in der Regel völlig harmlos.

Kathrin Guttmann   17. Januar 2018  


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Natürlich gibt es niemanden, der Dir offiziell verbietet Deine Ratte mit nach draußen zu nehmen. Du solltest Dich aber fragen, ob es Deiner Ratte gut tut und Du Ihr damit einen Gefallen tust. Ratten sind neophobe Tiere, das heißt sie haben erst einmal Angst vor Neuem. Auch wenn sie nicht mehr so scheu sind wie ihre wilden Verwandten, lösen neue, fremde Umgebungen bei ihnen eine Sreßreaktion aus. Ratten reagieren auf Angst nicht immer mit Flucht oder Angriff, sondern häufig mit dem sogenannten "Freeze", einem Todstellreflex oder versuchen sich zu verstecken. Das wird oft fehlinterpretiert ruhige auf der Schultersitzen oder als niedliches Einkuscheln in Jacke, Kapuze oder Rucksack. Natürlich gibt es auch Ratten, die wirklich coole Socken sind. Aber auch sie können sich plötzlich erschrecken und dem Fluchtreflex folgend weg springen. Eine verängstigt fliehende Ratte draußen einzufangen ist eine ganz besondere Herausforderung. Auch wenn im Handel besondere Geschirre und Leinen für Ratten angeboten werden: Ich glaube, ich habe öfter davon gehört, dass Ratten sich innerhalb von Sekunden daraus befreit haben, als ich gehört habe, dass man sie darin halten konnte. Ratten sind zudem sehr lichtempfindlich, weswegen ein Spaziergang in der Sonne für sie auf Dauer unangenehm werden kann. Ein weiterer Punkt, der gegen das "Gassigehen mit Ratte" spricht, ist dass draußen vielfältige Krankheitserreger vorhanden sind. In Deutschland leben quasi flächendeckend Wildratten (man spricht von 1-2 Ratten pro Einwohner), die ihren Urin und vor allem Kot mit darin evtl. vorhandenen Keimen überall verteilen. Und als letztes bedeutet ein Spaziergang mit einer Ratte immer, dass man sie aus ihrem vertrauten Rudel nimmt. Die Trennung vom Rudel bedeutet für Ratten immer eine erhöhte Alarmbereitschaft und löst häufig eine Streßreaktion aus. Aus dem Grund sollten Ratten lieber nicht mit nach draußen genommen werden.

Kathrin Guttmann   17. Januar 2018  


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Ratten sind von Natur aus Rudeltiere. Während bei Hunden, die ja ebenfalls Rudeltiere sind, der Mensch nach langer Koevolution ein Rudelmitglied ersetzen kann, ist das bei Ratten nicht möglich. Einzelhaltung löst bei ihnen starken Stress aus, auch wenn man das den Tieren nicht ohne weiteres ansieht. Sie leiden darunter, dass ihnen die Sicherheit, die ein Rudel bietet, vorenthalten wird. Auch bei einer Paarhaltung kann das Stresslevel noch sehr hoch sein. Daher sollte man  Farbratten in Rudeln ab einer Größe von drei Mitgliedern halten. Mehr Informationen gibt es in dem Beitrag "Warum Ratten im Rudel gehalten werden sollten".

Kathrin Guttmann   10. Februar 2018  


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Wenn Deine Ratte rote Krusten am Auge hat, handelt es sich wahrscheinlich um porphyrinhaltiges Sekret aus der Harderschen Drüse. Es gibt viele Faktoren, die eine Überproduktion von Porphyrinen, eine sogenannte Chromodacryorrhoe, auslösen können. Beobachte Dein Tier gut. Sollten sich häufiger Krusten bilden, solltest Du bei einem Tierarzt abklären lassen, ob eine Infektion vorliegt. Mehr zum Thema findest Du im Artikel "Hilfe, meine Ratte blutet am Auge".

Kathrin Guttmann   10. Februar 2018  


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Wir haben hier auf unserer Seite einige sehr ausführliche Informationen zu dem Thema zusammen gestellt. Am besten liest Du Dir erst einmal den entsprechenden Artikel "Hilfe, meine Ratte ist schwanger/ tragend / hat Babies bekommen" durch. Sollte Deine Ratte gerade erst ungewollt gedeckt worden sein, kann möglicherweise noch eine Abtreibung mit Allizin in Frage kommen. Wenn Du Unterstützung brauchst, melde Dich bei uns - wir werden versuchen, Dir so gut wie möglich weiter zu helfen!

Kathrin Guttmann   10. Februar 2018  


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Tiere in Zooläden stammen meist aus gewerblichen Zuchten, in denen Tiere in großen Massen auf möglichst effizient (=kostengünstige) Weise "produziert" werden. Die Auswahl der Elterntiere erfolgt oft eher zufällig, teilweise werden die Tiere auch einfach in Kolonien gezüchtet, d.h. ein Männchen sitzt mit mehreren Weibchen zusammen, die es immer wieder deckt. Eine Selektion der Tiere hin zu einem zahmen, menschenzugewandten Temperament kann unter diesen Bedingungen nur sehr eingeschränkt erfolgen. Aus diesem Grund ist es beim Kauf in Zooläden eher eine Glückssache, ob man ein Tier mit zahmen Anlagen erhält oder nicht. Ein guter Züchter wählt seine Tiere dagegen entsprechend aus und selektiert in Richtung Zahmheit, die definitiv eine erbliche Komponente hat (mehr dazu in "Zuchtziel Zahmheit bei Ratten". Hinzu kommt, dass die Tiere in den großen gewerblich Zuchtanlagen relativ wenig Kontakt zum Menschen haben und es nicht gewöhnt sind, eng mit diesem zusammen zu leben und Kontakt mit ihm zu haben. In einer kleinen Zucht wird der Züchter Tiere, die evtl. eine etwas wildere oder ängstlichere Veranlagung haben, durch entsprechende Handhabung an den Menschen gewöhnen. In der gewerblichen Heimtierproduktion ist dies nicht möglich.

Kathrin Guttmann   11. Februar 2018  


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Anders als z.B. Chinchillas, die ein Sandbad für die Fellpflege brauchen, benötigen Ratten kein Sandbad. Der feine Sand kann sogar schädlich sein, da er schwere Atemwegsinfektionen auslösen kann, wenn er eingeatmet wird.

Kathrin Guttmann   18. Juni 2018  


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Anders als z.B. Meerschweinchen oder Kaninchen können Ratten die Gräser im Heu nicht gut verdauen. Von daher ist Heu als Nahrungsquelle völlig ungeeignet. Als Nistbaumaterial eignet es sich auch nur bedingt. Heu ist oft zu staubig und nicht ordnungsgemäß hergestelltes oder falsch gelagertes Heu kann stark mit Schimmelpilzen und deren Sporen belastet sein, die die Atemwege schädigen können. Darüber hinaus bindet Heu Ammoniak in den Ausscheidungen der Ratten im Vergleich zu anderen Einstreuarten nur sehr schlecht. Wenn Heu gegeben wird, dann sollte es heißluftgetrocknetes, entstaubtes und kräuterreiches Heu sein. Anstelle von Heu kann man besser einen Mix aus verschiedenen getrockneten Kräutern wie z.B. Löwenzahn, Spitzwegerich, Pfefferminze, Brennessel oder Petersilienstängeln (nicht bei tragenden Ratten) geben. Zum Knabbern eigenen sich darüber hinaus z.B. Hölzer von Obstbäumen oder Süßholz.

Kathrin Guttmann   18. Juni 2018  


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Wenn eine Ratte das Rudel verlässt - sei es durch Tod oder weil sie abgegeben wurde - bedeutet das erst einmal große Aufregung, vor allem wenn diese Ratte vielleicht sogar Rudelchef/in war. Nun müssen die anderen erst einmal die Rangordnung neu klären. Dabei ist zu beachten, dass die Rangordnung nicht immer einfach linear ist, so wie man sich das meist vorstellt (also Ratte 1, Ratte 2 darunter usw.). Oft herrschen zwischen den Rudelmitgliedern komplexe Aufgabenverteilungen und Freundschaften. Es ist völlig normal, dass Deine Nasen sich jetzt rangeln. So lange es dabei zu keinen ernsthaften Verletzungen kommt, würde ich mir keine Sorge machen. Wenn alle Stricke reißen, kannst Du sie zeitweise in eine Transportboxinti packen, auch wenn ja keine neue Ratte integriert wurde. Infos findest Du hier im unteren Teil: http://www.farbratten-zucht.de/integration-neuer-ratten-in-bestehendes-rudel/

Kathrin Guttmann   29. Juli 2018  


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Leider gibt es keine eindeutigen Kriterien, die man abhaken könnte, und an denen man erkennen könnte, ob jemand "seriös" ist oder nicht. Einige wichtige Anhaltspunkte sind aber die folgenden:

  • Fragen werden gerne und kompetent beantwortet
  • Man erhält zumindest über Fotos Einblick in die Haltung und den Tierbestand
  • Die Haltung entspricht den Anforderungen, die man auch an einen Liebhaber stellen würde
  • Der/die Züchter*in kann Auskunft über Eltern und ggfs. Vorfahren geben
  • Es sollte ein Zuchtziel vorhanden sein

Genaueres zu diesen Anhaltspunkten und worauf Ihr noch achten solltet, erfahrt Ihr unter Woran erkennt man einen seriösen Rattenzüchter?

Kathrin Guttmann   29. August 2018  


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Auch wenn Zink als Spurenelement in der Nahrung vorhanden sein muss und es ansonsten zu einem gefährlichen Zinkmangel kommen kann, ist ein Zuviel an Zink schädlich. Die Quellen von Zink können vielfältig sein: Industrieemissionen, Mischfehler bei Milchaustauscher, Futter oder Mineralfutter, versehentliche Beimischung von Zinkoxid (statt Magnesiumoxid) ins Kraftfutter, Klauenbäder; verzinkte Metallteile (Schrauben, Mutter, Knöpfe, Münzen, Futterbehälter usw.); Batterien, Zinksalben, Zinkpuder, Zinkshampoos, Zinkfarben (zum Beispiel Zinkchromat, Zinkoxid oder Zinkcarbonat, das letztere wird auch Zinkspat oder Galmei genannt). Zineb, Ziram und andere organische Zinkverbindungen kommen als Fungizide zum Einsatz.

Die lethalen Dosen betragen CliniPharm/CliniTox zufolge:

Akute orale LD50 (in mg/kg Körpergewicht):

Maus Ratte Kaninchen Huhn
Zineb (Zinkethylenbisdithiocarbamat) 7'600 1'850
Zinkacetat 2'500
Zinksulfat 57 2'900
Zinkoxid 8'000
Zinkchlorid 329 350
Zinkdiethyldithiocarbamat 570 5'200
Ziram (Zinkdimethyldithiocarbamat) 1'400 100-300
Zink-2-mercaptobenzothiazol 540
Zinknitrat 240 1'600

Bei der akuten Vergiftung erscheinen die ersten Symptome nach Stunden bis Tagen, bei chronischen Vergiftungen kann es Wochen dauern, bis die ersten Symptome auftreten. Die Ausprägung der Symptomatik ist stark abhängig von der Art und Menge des aufgenommenen Zinks. Die Symptome beschränken sich zuerst auf den Magen-Darm-Trakt. Mit zeitlicher Verzögerung stellt sich die intravasale Hämolyse ein. Schließlich kommt es zu ZNS-Störungen.

Eine toxische Grenzdosis für Zink ist nicht genau bekannt. Schon das Verschlucken von 1-2 Münzen (zum Beispiel amerikanische Pennies: 96% Zink) kann beim Hund tödliche Folgen haben. Die Zinktoxizität hängt von der Säureproduktion im Magen ab.

Bezüglich der Menge von Zink, die durch Nagen an einer Kette oder einem Gitter aufgenommen werden kann, gibt es keine verlässlichen Quellen. Ebenso gibt es keine Angaben dazu, wie hoch das Risiko einer Zinkvergiftung durch orale Aufnahme von Zink beim Nagen durch Ratten ist.

Sicherheitshalber würde ich aber auf eine verzinkte Ratte verzichten und zu einer anderen greifen.

Kathrin Guttmann   9. September 2018  


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Ich halte es für unseriös zu behaupten, seine Tiere würden garantiert keine Tumore bekommen, da es unmöglich ist, das mit Sicherheit auszuschließen. Es gibt tatsächlich Labor-Linien von Ratten, die eine im Vergleich zu anderen Linien eine geringere Wahrscheinlichkeit haben, bestimmte Tumore zu entwickeln (Szpirer C (2010), Cancer research in rat models. Methods Mol Biol. 2010;597:445-58.) Hierbei handelt es sich aber um reine Laborlinien, die mit immensem Aufwand und mit sehr großen Tierbeständen entwickelt wurden. Zudem können auch Tiere aus derartigen Linien Tumore entwickelt - sie tun es nur mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit. Garantiert Tumore freie Bestände gibt es nicht und gäbe es sie, wäre das ein großes Durchbruch in der Krebs-Forschung, denn darauf könnte man sicherlich vieles Lernen, was die Prävention von Krebs beim Menschen angeht. Es ist davon auszugehen, dass Krebs bei Ratten zu den normalen Alterserscheinungen gehört. Bei vielen Krebsarten ist zudem noch nicht geklärt, in wie fern eine erbliche Komponente eine Rolle spielt bzw. wie eine derartige Komponente aussieht. Bei einigen Krebsarten wie zum Beispiel den endokrinen Neoplasien weiß man, dass sie tatsächlich monogenetisch vererbt werden, also durch ein einziges Gen beeinflusst werden. Bei vielen anderen Krebsarten wie zum Beispiel Brustkrebs geht man von polygenetischen Einflüssen aus, d.h. mehrere Gene spielen hier eine Rolle (Szpirer C (2010), Cancer research in rat models. Methods Mol Biol. 2010;597:445-58.). Während eine monogenetische Tumordeposition noch relativ leicht durch Selektion beeinflusst werden könnten, ist dies bei polygenetischen Fällen extrem schwierig. Für einen Liebhaberzüchter, der mit relativ kleinen Rattenbeständen arbeitet und nicht über die technischen Möglichkeiten und die Ressourcen eines Labors verfügt, ist es meiner Meinung nach unmöglich, dies zu leisten. Was ein Züchter tun sollte ist, dass er bei relativ jung erkrankten Tieren eine Biospie oder im Todesfall eine Pathologie durchführen lässt und sich von kompetenter Seite (z.B. der tierärztlichen Hochschule Hannover) einer Einschätzung über eine eventuelle Erblichkeit der vorliegenden Tumorart geben lässt.

Kathrin Guttmann   9. September 2018  


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Mit "normalem" Kleintierstreu sind wahrscheinlich die handelsüblichen Weichholzhobelspäne gemeint. Diese sind aus zwei Gründen problematisch. Zum einen sind derartige Weichholzeintreu-Arten oft nicht hinreichend entstaubt. Der enthaltene Staub kann die empfindlichen Atemwege der Ratten reizen und zu Entzündungen führen. Zum anderen enthält Weichholz Phenole, die im Verdacht stehen, die Leber zu schädigen. In den USA wird dies stark diskutiert und viele Stimmen sagen, dass hitzebehandeltes Weichholz keine schädlichen Stoffe mehr absondert, aber die American Fancy Rat and Mouse Association rät ausdrücklich von der Verwendung von Weichholzeinstreu ab. Ich selbst habe lange Zeit Plospan XXL Excellent verwendet, eine hitzebehandelte und stark entstaubte Einstreu für Pferde, bin jetzt aber selbst auf Alternativen umgestiegen, da ich einfach kein Risiko eingehen möchte.

Als Alternative empfehle ich zum Beispiel Lein-Einstreu, eine feine, staubfreie Streu, die sehr gut Ammoniak bindet. Auch hier findet man die günstigsten Möglichkeiten im Landhandel (auch Online). Als Material für den Nestbau verwende ich Kaytee fresh and cosy.

Kathrin Guttmann   12. April 2019  


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